
mowe.Festival für Kunst und Stadtkultur (2025-27), Keyvisual, credit: Studio Itch
Gruppenausstellung mit Agnes Lörincz, Alexander Steffen, Lorant Szathmary | Quartiersbüro Beusselstraße
Auf der Suche nach der Seele Berlins dokumentiert Alexander Steffen mit seinem Langzeit-Fotoprojekt Vanishing Berlin den Wandel der Stadt und die Dynamik der Gegenwart.
09. – 10. Mai 2026
14:00-19:00 Uhr
Quartiersbüro Beusselstraße
Rostocker Str. 35
10553 Berlin
„Soft Symbols“ von Agnes Lörincz – Der Titel der Serie bezieht sich auf eine Reihe kleinformatiger Bilder, bei denen ich einzelne, vorgefundene Stoffreste als Hauptmotiv verwendet habe. Die Form dieser gemusterten Stoffe wurde nicht mehr verändert, sondern auf einen zuvor vorbereiteten Grund aufgeklebt. Als erster Schritt wurden in die frische Farbe zusammengeknüllte Stoffe reingedrückt und wieder weggenommen, so dass eine gewisse amorphe Struktur von Faltungen entstanden sind. Aus der Kombination beider Elemente, Stoffabdruck und echter Stoff, wurde ein zeichenhaftes Bild, ähnlich wie ein Logo, das eine eigene, rätselhafte Symbolik bekommt.
Der Stadtfotograf Alexander Steffen lenkt mit seinem Langzeitprojekt „Vanishing Berlin“ den Blick auf die flüchtigen Sehenswürdigkeiten der Bezirke Moabit und Wedding. Kiezkneipen, Brandwände, Traditionsgeschäfte, Brachen, Werkstätten, Ghostsigns & Grafitti, etc. Orte und Zeitzeichen, die uns beim Kiezspaziergang über Jahrzehnte Orientierung gegeben haben und die nun mehr und mehr aus dem Stadtbild verschwinden: Ikonen des Alltags.
Lorant Syzathmary zeigt in der Ausstellung Fotografien zu Ikonen aus Indien. Die Religion in Indien spielt eine zentrale Rolle im Alltagsleben. Die Menschen richten ihr ganzes Leben nach religiösen Vorgaben aus. Ein auffälliges Merkmal im Stadtbild sind die Kühe die als heilige Wesen gelten. So kann man im Stadtbild überall die Kühe antreffen die ein Symbol für Leben, Fruchtbarkeit und Fürsorge gelten. Religiöse Werte beeinflussen nicht nur persönliche Rituale, sondern auch das Verhalten im öffentlichen Raum. Die Religiosität ist deutlich sichtbar im Stadtbild. Die freilaufenden Kühe sind ein Symbol dafür, wie religiöse Vorstellungen das tägliche Leben und die Kultur im Land prägen.
Zu den Künstler:innen
Agnes Lörincz ist Malerin, geboren in Székelykeresztúr, Siebenbürgen / Rumänien, studierte an der Kunsthochschule in Klausenburg und lebt seit 1985 in der Bundesrepublik Deutschland, seit 2008 in Berlin.
Auf der Suche nach der Seele Berlins dokumentiert der Fotograf Alexander Steffen seit mehr als 15 Jahren die Veränderungen im städtischen Raum. In Berlin, wie in vielen Städten, werden die Folgen der Gentrifizierung immer sichtbarer: Kleine familiengeführte Läden verschwinden aus dem Stadtbild, die Sub- und Kiezkultur verliert ihre Freiräume, auf Brachflächen entstehen renditegetriebene Großbauprojekte. Auch wenn die Bilder um die Vergangenheit kreisen, ist Vanishing Berlin kein historischer Exkurs, es ist vielmehr eine Auseinandersetzung mit der Dynamik und dem Tempo der Gegenwart. 1967 in Berlin geboren, Politik Studium, Verlag Dirk Nishen, Galerie transition, Berlinale. Seit 2012 regelmäßige Ausstellungen und Veröffentlichungen.
Lorant Syzathmary ist Fotograf, geboren in Sächsisch-Regen / Siebenbürgen, Rumänien, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Geographie an der Uni Stuttgart und lebt seit 1980 in Deutschland. Er lebt und arbeitet in Berlin.