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Blaupause

Auszug Konzept:

Die dreiteilige Skulpturen-Gruppe Blaupause verbindet spielerisch Gegensätze miteinander und löst sie mit einem breiten Grinsen auf. Scheinbare Gegenpole wie Wasser und Land, Ost und West, Monarchie und Anarchie, Fisch und Katze, Flosse und Pfote, Schuppen und Fell werden zueinander in Beziehung gesetzt.

Dafür müssen die blauen Figuren nicht „aufeinander hocken“, nicht „nebeneinander herlaufen“. Sie markieren selbstbewusst durch kongruente Positionen (jeweiliger Mauerabschnitt der Vorhöfe) und optische Merkmale (Farbe Blau und Emoticons) ihre Verbundenheit und Absicht zusammen zu gehören. Fisch und Katze wissen am besten: Zusammen sind wir mehr, als die Anzahl unserer Teile. Die Pfote ist eine Handreichung, denn es erfolgt keine direkte Berührung trotz Spiralfeder, sondern eine Animierung zum Gedankenspiel: Was wäre wenn? Wird dem Fisch gewinkt? Wird er bald gefangen, oder demonstriert die Pfote sogar die überwindbare Auflösung der räumlichen Trennung?

Die stadthistorische Einbettung der Objekte, bestehend aus zwei Tierfiguren und Pfote, erfolgt auf Basis der Farbe Blau. Sie gibt dem Projekt einen historischen, ästhetischen und inhaltlichen Rahmen. Die Installation spiegelt Gemeinsamkeiten und Gegensätze der historischen Luisenstadt (benannt nach Königin Luise) und dem legendären Stadtteil Kreuzberg 36, durch Verwendung eines zeitgenössischen Berliner Blaus, wieder. Der finale Ton wird nämlich nuanciert mit Verkehrsblau (RAL 5017) oder Himmelblau (RAL5015), wodurch Rotstichigkeit (wie bei einem Königsblau) reduziert wird. Diese Nuancierung bildet eine harmonische Ergänzung zum Farbton des Fassadenreliefs im Erdgeschoss.

Zwei aneinander angrenzende Stadtteile — lange Zeit durch Mauerbau, Mauertrennung und Mauerfall geprägt — werden durch Blautöne und seine Trägertiere vereint. Figur, Farbe und Positionierung auf und an Mauer, deuten hinweisartig auf die Existenz ursprünglicher Wasserwege. Der Verlauf des Luisenstädtischen Kanals bis hin zur Spree, bildete gleichzeitig den Verlauf der Berliner Mauer.

Das Ensemble aus zwei Tierfiguren und Pfote soll jeden Betrachtenden — ob groß, ob klein — mit einem Lächeln anstecken. Ein beflügelndes Lachen bringt Barrieren im Tempo eines Dominoeffekts zu Fall. Es überträgt sich wie beim Abpausen von Papier zu Papier, es wandert fließend von Mensch zu Mensch. Katze, Fisch und Pfote bilden die Ankerpunkte für diese Blaupause. Sie symbolisieren ihre Botschaft mit Verknüpfung von Smiley-Gesichtern auf Körper und einer Formensprache, die organischer und cartoonartiger Natur ist. Dieses Verhältnis soll Selbstbewusstsein mit Humor zusammenbringen.

Ahu Dural